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Neues Deutschland: zur Zunahme der Leiharbeit in Deutschland

Berlin (ots) - Was bereits während der Krise von Gewerkschaftern und Oppositionsparteien befürchtet worden war, scheint nun einzutreten: Obwohl die Konjunkturaussichten gerade mehr als rosig sind und die Auftragszahlen steigen, stellen die Unternehmen nicht zwangsläufig auch wieder feste neue Mitarbeiter ein. Stattdessen wird die Leiharbeit ausgeweitet - die Zahl der befristet beschäftigten und gegenüber der Stammbelegschaft deutlich schlechter bezahlten Zeitarbeiter wächst stetig. Mit positiven Folgen für die Kostenbilanz des jeweiligen Großunternehmens, aber auch allen negativen Auswirkungen für die ewigen »Mitarbeiter zweiten Grades« selbst. Denn Leiharbeiter haben nicht nur am Ende des Monats für die gleiche Arbeit weniger Geld in der tasche als ihre fest angestellten Kollegen, was ohnehin für ein schlechtes Betriebsklima sorgen dürfte. Sie müssen auch in ständiger Angst vor dem Ende ihres »Engagements« bei Siemens, Opel oder Audi leben. Von Identifikation mit dem Unternehmen kann da keine Rede sein - ein Vertrauensdefizit, das den Firmen auch Imageminuspunkte einbringen könnte. Sinnvoller als die immer neue Einstellung von Arbeitern auf Zeit könnte ein Umdenken bei der Arbeitsorganisation sein: Flexible Arbeitszeiten, die auch Beschäftigten mit Familie entgegenkommen, und eine bessere Verteilung der reichlich vorhandenen Arbeit auf die Schultern der vielen ungewollt Joblosen im Lande wären ein erster Schritt.

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