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Neues Deutschland: zur Zunahme befristeter Jobs

    Berlin (ots) - Das ganze Leben des modernen Menschen ist von Fristen durchzogen: Abgabefristen für Steuererklärungen, Kündigungsfristen für Versicherungsverträge, Anmeldefristen fürs Studium ... All das mag manchen zwar unter Stress setzen,  im Arbeitsleben jedoch bekommt das Wort Frist für viele Arbeitnehmer, die eine neue Stelle antreten, existenzielle Bedeutung: Wenn fast 50 Prozent aller Arbeitsverträge mit einem Ablaufdatum versehen werden, bedeutet das für viele Menschen, dass sie nicht langfristig planen können. Ein Auto kaufen, in den  Urlaub fahren oder eine Familie gründen? Mit einem befristeten Vertrag wird all dies zum Vabanquespiel. Und wird die Stelle nicht in eine dauerhafte umgewandelt, was bei mindestens jeder zweiten der Fall ist, steht der Beginn der nächsten Unsicherheitsperiode bereits fest. Was von der Regierung zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes gewollt ist und weiter forciert werden soll, bringt nur eine einseitige Verbesserung - und zwar für die Unternehmen. Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich nämlich langfristige Perspektiven. Dennoch zwingt sie die Stellenlage, befristete Jobs anzunehmen, wollen sie nicht von Sozialleistungen abhängig sein. Die Firmen dagegen profitieren von kostenlosen Praktikanten, unterbezahlten Zeitarbeitern und eben von der Möglichkeit, Mitarbeiter vorübergehend einzustellen. Damit lässt sich eine »Probezeit« auf bis zu zwei Jahre ausdehnen; zum Kündigen reicht das Abwarten des Ablaufdatums.

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