Alle Storys
Folgen
Keine Story von nd.DerTag / nd.DieWoche mehr verpassen.

nd.DerTag / nd.DieWoche

Neues Deutschland: zum Weltwasserforum in Istanbul

Berlin (ots)

Verpasste Chance
Von Martin Ling
Das Weltwasserforum in Istanbul war ein Schlag ins Wasser: Einmal 
mehr konnten sich die Staaten nicht auf die Festschreibung des 
Menschenrechts auf Wasser einigen. Das hat einen simplen Grund: Mehr 
als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem 
Trinkwasser und ein Rechtsanspruch würde ihnen den juristischen 
Klageweg eröffnen.
 Schon jetzt ist Wasser nur für den knapp, der zu wenig Geld hat. 
Wassermangel ist im Kern ein Armutsproblem, das die reichen Staaten 
lösen könnten. Ein weltweites Wassermanagement ist im Prinzip denkbar
und durch die Herausforderung des Klimawandels objektiv drängender 
denn je. Doch nur wenige Staaten waren in Istanbul bereit, sich zu 
einem grenzübergreifenden Management von Wasservorkommen zu bekennen 
und bis auf Slowenien ausschließlich solche, die schon mit 
Wassermangel zu kämpfen haben.
 Während sich das Weltwasserforum alle drei Jahre in 
Absichtserklärungen ergießt, schreitet die Privatisierung der 
Wasserversorgung im Interesse der führenden europäischen 
Wasserkonzerne Suez, Veolia und RWE voran, die vor allem seit den 
90er Jahren eine aggressive Expansionspolitik auf die Wassermärkte 
des Südens betreiben. Solange Wasser als Profit bringendes 
Wirtschaftsgut behandelt werden darf, ist der Weg zum Menschenrecht 
auf Wasser verbaut. In Istanbul wurde erneut eine Chance verpasst.

Pressekontakt:

Neues Deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
Weitere Storys: nd.DerTag / nd.DieWoche
  • 20.03.2009 – 17:25

    Neues Deutschland: zu den Beziehungen USA - Iran

    Berlin (ots) - Er wünsche »Partnerschaft« gegenüber Iran, sagte Barack Obama und sprach den Wunsch nach einem Neubeginn aus. Zu Freundlichkeiten dieser Art hat sich kein US-Präsident gegenüber einem Herrscher in Teheran hinreißen lassen seit den Zeiten des Schahs. Der war einst Washingtons mächtigster Verbündeter in Mittelost. Als er vor 30 Jahren unerwartet schnell stürzte, die US-Botschaft in Teheran ...

  • 19.03.2009 – 18:10

    Neues Deutschland: zu Aussagen israelischer Soldaten über Verbrechen im Gaza.Krieg

    Berlin (ots) - Jetzt zeigen sie sich schockiert, die aufgeklärten Israelis. »Unsere Soldaten« sollen so etwas gemacht haben? Ja, das haben sie, und wer wollte, konnte das auch schon eher wissen. Sowohl dort als auch bei den bedingungslosen Unterstützern der israelischen Kriegslogik hierzulande, die Kanzlerin und ihr Außenminister eingeschlossen. Dabei ...

  • 18.03.2009 – 18:15

    Neues Deutschland: Zu Merkel und Steinbach

    Berlin (ots) - Es gab jemanden in der neueren deutschen Geschichte, der hieß Willy Brandt. Er betrat in norwegischer Uniform, also als eine Art Landesverräter, nach tausend Jahren Finsternis wieder deutschen Boden und war auch aus gegebenen Anlässen Antikommunist. Doch er wollte Europa über reale und ideologische Grenzen einen Weg in die menschliche Zukunft bereiten. Dafür ging er in die Knie. 1970 in ...