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Neues Deutschland: zu Kaukasus-Konflikt und USA-Wahlkampf

    Berlin (ots) - Präsident Medwedjew hat das Ende des Militäreinsatzes in Georgien angeordnet. Die Bush-Regierung bewertete den Schritt erst einmal positiv. Zuvor hätten die USA ihren Druck auf Moskau stark erhöht, war von Medien und Experten zu hören. Aber was da suggeriert werden soll, ist so weit von der Realität entfernt wie eine wirkliche Lösung für den Konflikt im Kaukasus. Denn der Supermacht blieb nur die Waffe des scharfen Wortes, um dem geostrategischen Verbündeten Georgien beizuspringen. Wobei man sich angesichts der engen bilateralen Beziehungen fragt, ob der Angriff gegen das abtrünnige Südossetien tatsächlich ein Alleingang von Präsident Saakaschwili war. Wenn nicht, wäre das Ergebnis ein doppeltes Selbsttor mit fatalen Folgen über die Region hinaus. Einer allerdings hofft, vom Beginn einer möglichen neuen Eiszeit zwischen Washington und Moskau profitieren zu können: John McCain. Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat, der sich   längst als antirussischer Hardliner profiliert hat, kannte im Unterschied zu Barack Obama mit seinem Ruf nach neutralen Vermittlern nur einen Schuldigen. Er fordert die Verbannung Moskaus aus dem G8-Club. Da durfte sein demokratischer Widersacher im Wahlkampf dann doch nicht nachstehen und fragte nun, ob man vor diesem Russland nicht zumindest die Tür der Welthandelsorganisation verschließen müsse. Antworten auf die Probleme im Kaukasus sind das alles nicht.

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