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Neues Deutschland: zur Welt-Aids-Konferenz

    Berlin (ots) - Als die Immunschwächekrankheit Aids erstmals auftauchte, sah so mancher darin die gerechte Strafe für die sexuelle Freizügigkeit der modernen Gesellschaft. Und auch nach drei Jahrzehnten werden die Kranken vielerorts stigmatisiert und Sexualität tabuisiert. Das zeigt sich auch bei der gestern eröffneten Aids-Konferenz in Mexiko. Denn nicht wenige der anwesenden HIV-positiven Aktivisten riskieren in ihrer Heimat Ausgrenzung, wenn ihre Teilnahme bekannt wird. Angesichts der nach wie vor sehr begrenzten Behandlungsmöglichkeiten, die überdies in vielen armen Ländern unbezahlbar sind, ist diese Mischung aus Ignoranz und vermeintlicher moralischer Überlegenheit mindestens so gefährlich wie das nach wie vor mäßige finanzielle Engagement der reichen Staaten für die Zurückdrängung der Seuche. Dabei muss man bei der Suche nach Schuldigen keineswegs bis nach Afrika gehen, wo Armut, Bürgerkriege und korrupte Politiker die Lage verschlimmern. Denn alle Versuche, die Ausbreitung von Aids zu verhindern, hängen bisher an der Sexualaufklärung und dem Gebrauch von Kondomen beim Sex. Beides wird seit Jahren vor allem von der katholischen Kirche, aber auch von fundamentalistischen christlichen Kirchen in den USA bekämpft. Der Vatikan etwa hat seine Position, seit Papst Paul VI. vor 40 Jahren den Gläubigen jede »künstliche«  Empfängnisverhütung verbot, nicht geändert. Das ist gerade in Lateinamerika ein Problem.

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