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Neues Deutschland: zur neuen sozialen Reform in Frankreich

Berlin (ots) - Nicolas Sarkozy setzt sich voll und ganz für sein Land und Volk ein. Natürlich gehört dazu, »allgemeine Katastrophen« abzuwenden. Als eine solche hatte Frankreichs Präsident im Wahlkampf die 35-Stunden-Woche bezeichnet - und die konservative Mehrheit im Parlament folgte jetzt dieser Einschätzung. Die seit Jahren begrenzte Wochenarbeitszeit schade der Wirtschaft. Und die liegt Sarkozy besonders am Herzen, wie seine Steuerreform belegt, mit der einseitig Unternehmen entlastet werden. Dass die neuerliche »Reform« etwas länger dauerte, liegt an der Popularität der 35-Stunden-Woche. Denn sie hat nicht nur Hunderttausenden einen Job gebracht, sondern gilt als eine der zentralen Errungenschaften der Beschäftigten der letzten Jahre. Daher bleibt die Begrenzung der Arbeitszeit formal auch bestehen - allerdings mit rein symbolischem Wert: Welcher Firmenchef würde nicht die Chance nutzen, Arbeitskräfte loszuwerden und statt dessen wieder Überstunden abzufordern? Aber selbstverständlich kümmerten sich Sarkozys Getreue im Parlament schon mal prophylaktisch um die nun sehr wahrscheinlich weiter wachsende Zahl von Arbeitslosen. Ihr Programm besteht aus einem Punkt: Künftig drohen all jenen empfindliche Kürzungen der Stütze, die »vernünftige« Jobangebote ablehnen. Davon aber wird es nach dem faktischen Aus für die 35-Stunden-Woche kaum noch viele geben. Das ist die eigentliche Katastrophe. Pressekontakt: Neues Deutschland Redaktion / CvD Telefon: 030/29 78 17 21 Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell

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