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Neues Deutschland: Zu Bautarifen

    Berlin (ots) - Das soll man nun verstehen: Wochenlang haben die gewerblichen Bauarbeitgeber in Niedersachsen und Schleswig-Holstein den bundesweiten Tarifvertrag blockiert, da eine Tarifsteigerung von 3,1 Prozent zu viel sei. Jetzt soll die  Lösung darin bestehen, auch die Mindestlöhne auf westdeutschen Baustellen schneller anzuheben als geplant - auf Wunsch der Unternehmer! Weshalb machen sich  die nordwestdeutschen Bauunternehmer nun für einen höheren Mindestlohn stark? Sie selbst berührt das wenig; in der Regel zahlen sie noch nach Tarif. Die Mindestlohnsteigerung trifft vor allem Ost-Unternehmen auf West-Baustellen. Deren Kostenvorteil, nur Mindestlohn zu zahlen, schrumpft.  Was zunächst einigermaßen paradox klingt, ist tatsächlich ein allgemeingültiges Lehrstück über den Nutzen von Flächentarifen: Nur wenn wirklich alle das Gleiche zahlen, ist ein produktiver Wettbewerb möglich. Dann nämlich gewinnt, wer bei Qualität und Produktivität die Nase vorn hat - und nicht, wer die Löhne am besten drücken kann. Man kann nur hoffen, dass die Beteiligten die Lektion lernen. Als Resultat der zehnjährigen Baukrise ist die Branche heute in die Tarifzone Westdeutschland und eine  Mindestlohnzone im Osten geteilt. Je schneller es gelingt, diese Situation zu überwinden, desto eher wird es auf dem Bau wieder fruchtbaren Wettbewerb geben.

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