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NRZ: Eine überfällige Geste - ein Kommentar von DIRK HAUTKAPP

Essen (ots) - Bis das erste Holiday Inn-Hotel an der Schweinebucht die Liegestühle auspacken wird, werden noch Jahre vergehen. Aber der Anfang ist gemacht. Ein halbes Jahrhundert nachdem Amerika im Kalten Krieg das Tischtuch mit Kuba zerschnitt, läuft die Operation Wiederannäherung. Erst Einwanderungsreform, jetzt Kuba-Lockerung: Obama, der ewige Zauderer, wird auf seine alten Tage noch zum Draufgänger. Die Hüter der reinen Lehre in Washington werden ihm den Kniefall nie verzeihen und im Kongress dagegen schießen. Gerade deshalb war die Geste überfällig. Uncle Sam hat sich an dem gallischen Dorf in seinem Hinterhof die Zähne ausgebissen. Statt das kommunistische Kuba zu isolieren, haben sich die USA mit ihrer überholten Politik selbst isoliert. Gelitten haben die Menschen in einem kurz und klein revolutionierten Land.

Jetzt soll Wandel durch Handel Rückenwind für Reformen erzeugen. Dass die Castros ein anderes Kalkül verfolgen, ist klar. Aber die greisen Männer werden den langfristigen Wandel, dem sie jetzt zur kurzfristigen Systemerhaltung zustimmen, nicht aufhalten. Die junge kubanische Exil-Gemeinde in den USA und ihr kreativer, nach Aufbruch dürstender Gegenpart auf der Insel werden eine Dynamik auslösen, in der diktatorische Strukturen keinen Platz mehr finden. Am Ende eines außenpolitisch verheerenden Jahres ist das keine schlechte Nachricht. "Sozialismus oder Tod", Fidels Parole, kann eingemottet werden. Darauf einen Mojito!

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