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NRZ: Übervoller Aufgabenkalender - ein Kommentar von MICHAEL MINHOLZ

Essen (ots) - Münchens Kardinal Reinhard Marx soll die katholischen deutschen Bischöfe in die Zukunft führen - die am wenigsten überraschende Lösung. Sein Name wurde stets genannt, wenn es um die Nachfolge von Robert Zollitsch ging. Ob Marx eine kluge Wahl ist, das muss sich erst noch erweisen. Dem jovialen Karriere-Mann, dem der Ruf erheblichen Selbstbewusstseins vorauseilt, ist schon jetzt ziemlich gut ausgelastet - und sein neuer Aufgabenzettel übervoll: Kirchenaustritte, Priestermangel, das Missbrauchsthema, die Kritik der Basis an der Sexualmoral, der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, das auch in Münster unwürdige Gehampel um Tebartz-van Elst. Zudem ist die Bischofskonferenz selber offenbar heillos zerstritten über den künftigen Kurs der katholischen Kirche. Marx wurde erst nach vier Wahlgängen ins Amt gehievt. Er ist schon jetzt beschädigt. Von seinen Brückenbauer-Qualitäten muss er erst noch überzeugen. Immerhin: In seiner ersten Ansage nach der Wahl war die Rede von Aufbruch. Marx ist durch seine Berufung in den Kardinalsrat nah dran an Papst Franziskus und seinem wuchtigen Neuanfang. Vielleicht ist dessen Handeln der ideale Anschauungsunterricht für den neuen deutschen Bischofs-Chef?

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