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NRZ: Ein gutes Vorbild - ein Kommentar von ARTUR VOM STEIN

Essen (ots) - Endlich ist auch ein Fußballstar über seinen Schatten gesprungen und hat sich als schwul geoutet. Mehr noch: Thomas Hitzlsperger hat mit seinem Schritt der gesamten Debatte um Homosexualität ein sympathisches Gesicht gegeben. Und damit ist etwas passiert, worauf der Fußball hierzulande viele, viele Jahre gewartet hat: Die Hoffnung, dass es irgendwann einmal vollkommen egal sein könnte, welche sexuellen Vorlieben ein Sportler hat, hat neue Nahrung bekommen. Der Weg ist allerdings noch weit. Der Sport hinkt anderen Bereichen der Gesellschaft noch meilenweit hinterher. Anders als in der Politik, wo ein Klaus Wowereit viel Sympathie gewinnt, weil er locker genug ist, um mit seiner Homosexualität zu kokettieren, bleibt es für jeden aktiven Sportler ein Wagnis, sich öffentlich zu bekennen. Die Fans auf den Tribünen sind nicht zimperlich: Schmähgesänge und Beschimpfungen sind leider alltäglich, und man muss als Mensch schon hartgesotten sein, um tumbe Anfeindungen ignorieren und weiterhin Hochleistung bringen zu können. So ist nach wie vor die traurige Wirklichkeit im Fußball, weshalb es sich noch verbietet, aktiven Sportlern zu raten, dem Beispiel von Thomas Hitzlsperger zu folgen. Aber zumindest gibt es jetzt jemanden, der vorangegangen ist, der sich verdient gemacht hat. Das ist nicht wenig und allemal ein guter Anfang. Den Applaus, der gerade von allen Seiten gespendet wird, hat sich der gebürtige Stuttgarter redlich verdient. Er ist ein Vorbild, ein größeres als so mancher deutsche Fußball-Weltmeister.

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