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NRZ: ThyssenKrupp-Konzernbetriebsratsvorsitzender Schlenz kritisiert Aus für Transrapid

Essen (ots) - Mit heftiger Kritik reagierte Thomas Schlenz, Konzernbetriebsratsvorsitzender von weltweit 193 000 Mitarbeitern bei ThyssenKrupp, einem der Entwickler und Anbieter der Technologie des Magnetschwebezuges, auf das Aus für den Transrapid in München. "Ich bin derbe erschrocken über die Technikfeindlichkeit in unserem Land und die verantwortungslose Haltung in Teilen der Politik gegenüber der Verpflichtung, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Schlenz, gleichzeitig Mitglied im SPD-Bundesvorstand, heute (27. März) der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung (NRZ) in Essen. Das Projekt sei "zielgerichtet schlechtgeredet worden". Vor allem wie sich der Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude verhalten habe, sei "das Hinterletzte" gewesen, sagte Schlenz. Allen Beteiligten in Bund und Land hätte seit geraumer Zeit klar sein müssen, dass eine veränderte Trassenführung, zusätzliche Tunnelbauten und die insgesamten gestiegenen Baupreise zu einer Kostenerhöhung führen mussten, so Schlenz. "Vor diesem Hintergrund hätten sich alle noch einmal einen Ruck geben müssen." Das Aus für die Münchener Strecke sei für den Industriestandort Deutschland als "absoluter Rückschlag" zu werten. "Ich sehe die große Gefahr, dass unser Knowhow nun abfließt. Die Chinesen lauern bereits auf die Trag- und Führungstechnik für den Transrapid." Eine deutsche Transrapid-Strecke zu bauen, wäre "der beste Schutz vor Plagiaten gewesen und eine Möglichkeit, nachhaltige Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern." Schlenz befürchtet, dass sich die Industrie nun "komplett von der Magnetschwebebahn in Deutschland verabschiedet". Pressekontakt: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung Redaktion Telefon: 0201/8042607 Original-Content von: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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