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Westfalenpost: Kommentar zum Eier-Skandal

Hagen (ots) - Soll das eine Entwarnung sein? Die EU-Kommission hat gestern im Skandal um die mit dem Insektenvernichtungsmittel Fipronil verseuchten Eier verbal auf die Empörungs-Bremse getreten. Die Situation sei unter Kontrolle, sagte eine Sprecherin. Und eine andere ergänzte: "Sie können also unbeschadet Eier essen, hoffentlich." Hoffentlich? Vertrauen bildende Maßnahmen sehen anders aus. Es gibt noch viele offene Fragen bei dieser Lebensmittel-Affäre - die ja nicht die erste ihrer Art ist. Zum Beispiel: Wozu wurden belastete Eier weiterverarbeitet? Oder: Welche Betriebe in Deutschland haben das Milbenbekämpfungsmittel am Ende tatsächlich eingesetzt? Die Zahl ist ja in den vergangenen Tagen rapide gestiegen. Es geht hier nicht um Panik. Wahrscheinlich (hoffentlich!) wird niemand ernsthafte gesundheitliche Probleme erleiden, es sei denn, er nähme jetzt massenhaft belastete Eier zu sich. Aber: Erstens gehört das Gift nicht in die Eier. Und zweitens hat der Umgang mit dem Skandal die Verbraucher eher verunsichert, als ihr Vertrauen in unsere Institutionen zu stärken. Wenn etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, eine gesundheitliche Gefährdung sei nicht gegeben, andere Behörden aber warnen, dass Kleinkinder die Eier nicht essen sollten, wundert sich der geneigte Kunde und steht ziemlich ratlos vor dem Eierregal. Es wäre schön, wenn dieser Skandal ein paar positive Folgen zeitigen würde. Die Kommunikation der Behörden etwa ist stark verbesserungswürdig. Und wenn sich am Ende mehr Verbraucher Gedanken darüber machen würden, wie Lebensmittel industriell produziert werden, kann das auch nicht schaden. Hoffentlich.

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