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Westfalenpost: Schulpolitik in NRW: Parteien ducken sich weg

Hagen (ots) - Das "Turbo-Abitur" stand von Beginn an in der Kritik. Union und FDP haben es überhastet eingeführt, SPD und Grüne haben nach 2010 die Fehler der Vorgängerregierung nicht korrigiert. Stattdessen setzte Rot-Grün zuletzt vergeblich auf die Kompetenz eines "Runden Tisches". Der sollte die gröbsten Auswirkungen von G8 mildern und Schülern den Stress nehmen. Hat nicht viel genützt. Die Parteien haben panische Angst davor, mit diesem Konflikt-Thema in den Landtagswahlkampf zu ziehen. Sie haben Angst vor den Eltern und ihrer Wut über G9; sie fürchten die Pädagogen, die sich mit G8 arrangiert haben. Am Ende sind sie unfähig, klar zu sagen, wie sie sich das Gymnasium der Zukunft vorstellen. Statt sich für ein klares Konzept - flächendeckend G8, G9 oder auch G8,5 - zu entscheiden, bieten sie mehrere Möglichkeiten gleichzeitig an. Von Schule zu Schule oder sogar unter einem Schuldach. Regierung und Opposition ducken sich weg, und jetzt sollen auch noch die einzelnen Schulen über etwas entscheiden, was politisch entschieden werden sollte. Das Ergebnis wäre ein Flickenteppich aus allen möglichen Angeboten. Der Dauerstreit darüber, wie das Gymnasium organisiert werden sollte, dürfte daher in NRW noch jahrelang anhalten.

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