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Westfalenpost: Fortgesetzter Betrug
Kommentar von Martin Korte zum Diesel-Skandal

Hagen (ots) - Mag sein, dass die nächste Instanz das Urteil des Krefelder Landgerichts gegen den Audi-Händler wieder kassieren wird, trotzdem haben die Richter am Niederrhein eine spannende und möglicherweise folgenschwere Entscheidung gefällt. Sagen sie in ihrer Urteilsbegründung doch knallhart: Dem VW-Konzern kann man nicht mehr trauen. Das Unternehmen habe die Verbraucher mit der Schummel-Software arglistig getäuscht, warum also sollte es bei der Nachrüstung ehrlich mit den Kunden umgehen?! Volkstümlich ausgedrückt: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

Sollte sich diese Meinung in der Rechtsprechung durchsetzen, stehen Volkswagen Probleme ins Haus, die den Diesel-Skandal in eine neue Dimension rücken. Denn dann würde es richtig teuer.

Müssen wir Mitleid haben? Nein. Schließlich geht es um handfesten Betrug. Und zwar um fortgesetzten. Oder hat bisher jemand dem Vorwurf der Deutschen Umwelthilfe widersprochen, dass die Automobilindustrie "munter weiter Fahrzeuge mit Abschalteinrichtungen" produziert?

Der Diesel-Skandal ist jetzt ein Jahr alt. Volkswagen ist es in dieser langen Zeit nicht gelungen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Im Gegenteil. Was für ein Armutszeugnis.

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