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Westfalenpost: Kommentar zu Krankenkassenbeiträgen: Mehr Therapiedisziplin

Hagen (ots) - Der Krankheitsverlauf war längst absehbar, man hat die Prognose in den guten Tagen nur allzu gern verdrängt. Vor zwei Jahren noch war die Kassenlage nämlich so gut, dass die gesetzlichen Versicherungen ihren Mitgliedern noch Prämien auszahlen konnten. Doch bereits in diesem Jahr sind die Zusatzbeiträge für viele Arbeitnehmer gestiegen - und sie werden in den kommenden Jahren weiter in die Höhe klettern. Und das trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt, die den Krankenkassen ordentliche Beitragssummen einbringt. Die Ausgaben aber steigen nach wie vor stärker als die Einnahmen. Alle Beteiligten im Gesundheitswesen müssen disziplinierter an einem Therapieplan arbeiten als bisher. Die Preisbremse für neu entwickelte Arzneimittel etwa erbringt keine nennenswerten Einsparungen - nicht nur da hat die Politik nachzubessern. Sie muss auch ihre Zahlungen für die Versorgung von Hartz-IV-Empfängern angemessen erhöhen. Wer in Not geraten ist, hat Anspruch auf Solidarität, gar keine Frage. Aber auf die Solidarität aller Steuerzahler, nicht nur der Versicherten. Die Patienten wiederum sollten endlich Sätze und Leistungen ihrer Kassen vergleichen, gegebenenfalls wechseln, um den Wettbewerb voranzutreiben. Und die Arbeitgeber müssen sich fragen lassen, ob es sich in Zeiten des Fachkräftemangels, in denen Mitarbeiter immer länger im Beruf bleiben sollen, nicht vielleicht doch lohnt, sich wieder hälftig an den Versicherungsbeiträgen zu beteiligen.

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