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Westfalenpost: Gewagte Rechnung
Kommentar von Lorenz Redicker zu Eons Spaltung

Hagen (ots) - Früher wurden Unternehmen nicht aufgespalten, sie fusionierten. Und hofften auf Synergie-Effekte. Zwei plus zwei gleich fünf, rechneten die Manager vor. Manchmal lagen sie richtig, manchmal nicht. Heute wird andersherum kalkuliert. Vier gleich drei plus zwei, lautet die hoffnungsvolle Rechnung. Ob sie jetzt bei Eon aufgeht, ist ungewiss.

Der Energieriese befindet sich in einer tiefen Krise. Eon schreibt Milliardenverluste, der Kurs an der Börse ist böse abgestürzt. Ursache: die Energiewende, die massenhafte Einspeisung von Solar- und Windstrom. Mit Kohle- und Gaskraftwerken, einst sichere Gelddruckmaschinen, lässt sich nichts mehr verdienen.

Die gestern von den Aktionären abgesegnete Kernspaltung bei Eon ist eine historische Wende. Investoren mögen klare, eingängige Wachstums-Storys, lautet die Idee dahinter. Warum sie dann in Eons Vergangenheit, die jetzt Uniper heißt, investieren sollen, bleibt indes unklar. Auch deshalb werden 53 Prozent der Uniper-Aktien einfach an die Eon-Aktionäre verschenkt. Und die neue Eon, die grüne? Muss auf politischen Druck die Altlast Atom abbauen. Und hängt, wie Uniper, an politischen Entscheidungen. Das mögen Börsianer weniger. Eons Spalt-Rechnung hat viele Unbekannte.

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