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Westfalenpost: Monika Willer zur Forderung nach Fleischverzicht: Fastenzeit nicht für politische Zwecke instrumentalisieren

Hagen (ots) - Das Anliegen ist löblich, doch die Taktik ist grundverkehrt - oder besser: Mehr kann man gar nicht falsch machen, als einen Gülle-Euro zu fordern oder Diktate für staatliche Kantinen einführen zu wollen, um den Fleischkonsum zu reduzieren, als gäbe es nicht Vorschriften genug im Land. Und auch der Brückenschlag zur Fastzenzeit ist schräg, mit dem der WWF seine Aktion für Tierwohl und Klimaschutz begründet. Denn in der christlichen Fastenzeit, die heute beginnt, stehen eben nicht die Speisegebote im Vordergrund. Das Thema ist hingegen die Bereitschaft zur Einkehr, Umkehr und Besinnung. Der Verzicht etwa auf Schokolade, Alkohol, Fernsehen, Internet oder auch Fleisch ist dabei ein Weg, etwas Neues freizulegen, indem man probiert, etwas Altes aufzugeben. Die Instrumentalisierung der kirchlichen Fastenzeit für Umweltschutz-Ziele ist umso problematischer, weil es bei der Fastenzeit gerade nicht um erzwungene Verbote und politische Kampagnen geht, sondern um spirituelle Selbsterkenntnis. Gleichwohl ist die Frage der Massentierhaltung natürlich eine zutiefst ethische. Es geht um die Schöpfung und den verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Es geht um den Respekt vor Nahrungsmitteln, die uns am Leben erhalten und keine Wegwerfartikel sind. Wie heißt der beliebte Spruch noch? Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart. Letztendlich sind es aber die Verbraucher, die entscheiden müssen, ob sie minderwertiges und unter abscheulichen Bedingungen produziertes Fleisch zu Dumpingpreisen weiter auf den Tisch bringen wollen - mit allen Folgen für ihre eigene Gesundheit und für die Umwelt. Mit Verboten wird sich hier wohl kein Umdenken erzwingen lassen.

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