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Westfalenpost: Integration auf Kölsch Von Joachim Karpa

Hagen (ots) - Alles andere als Fasching. So wirbt das Brauhaus Früh am Dom in Köln für sich und die jecken Tage. Dringste eine met? Warum nicht? Immer doch. So oder so ähnlich muss es gewesen sein. Es ist der Ort, an dem sich zwei Justizwachtmeister und ein verurteilter Vergewaltiger bei einem oder mehreren Kölsch erquicken. Irgendwann zieht es den Mann aus der Sicherungsverwahrung der Aachener Justizvollzugsanstalt auf die Toilette. Seine Aufpasser stört es nicht weiter. Sie klüngeln vor sich hin. Der Schwerverbrecher nutzt die Gunst der Stunde und flüchtet. Eine Nachricht, bei der sich der Leser an den Kopf fasst. Wie kann das sein? Wo leben wir eigentlich? Am hellichten Tag besucht ein wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilter Mann ein Brauhaus und vergnügt sich. Und die Integration ins richtige Leben gelingt auf Anhieb. Er haut ab. Ja, es stimmt. Das Gesetz erlaubt vier Ausführungen im Jahr. Bei einem Sex-Täter, der seit 1991 im Knast sitzt und jede Sozialtherapie zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft ablehnt, darf das nicht sein. Warum? Weil jeder Fehler zu unverzeihlichen Folgen führen kann. Wieder ein Opfer, wieder viel Leid. Und es ist für alle gefährlich, die sich an die Regeln halten. Ist das der Rechtsstaat, den wir wollen? Nein.

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