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Westfalenpost: Der Skandal rückt näher an die Autofahrer heran Von Harald Ries

Hagen (ots) - Tag für Tag sieht es schlimmer aus für den größten Autobauer der Welt. Es begann mit mehreren hunderttausend manipulierten Motoren in den USA - inzwischen sind wir bei mehr als zehn Millionen in Europa. Die Betrüger-Software dafür ist noch ausgeklügelter. Wenn der Anfang ein Paukenschlag war, lebt VW mittlerweile im Donner-Inferno. Und alles soll in diesem super-hierarchischen Konzern ohne Wissen der Vorstände erfolgt sein? Der Glaube daran fällt schwer. Vielleicht geben die Razzien von gestern Aufschluss.

Immer näher rückt der Skandal auch dem einzelnen Autofahrer. Wer sich bislang für die Abgaswerte seines Wagens nur mäßig interessierte, dürfte durch den Vorstoß von NRW-Finanzminister Walter-Borjans aufgeschreckt werden: Der will die dem Staat entgangene Kfz-Steuer nachfordern. Zwar von VW und nicht vom Halter. Aber ob es wirklich so kommt? Und was ist, wenn das Auto nachgerüstet wird und dann weniger Kraft auf die Straße bringt und/oder mehr Sprit verbraucht? Da müsste der Konzern wohl Entschädigung leisten. Mit unabsehbaren finanziellen Folgen.

Die Aktie allerdings stürzt nicht weiter. An der Börse mag man nicht glauben, dass VW in seiner Existenz gefährdet ist. Ein Unternehmen mit Staatsbeteiligung? Das wird die Politik schon verhindern. Allerdings ist es gerade die Kumpanei aller Bundesregierungen mit der Autoindustrie, die notwendige Anpassungen an die gestiegenen Umweltanforderungen verzögert hat. Das rächt sich nun. Wenn künftig Abgaswerte im Straßenbetrieb ermittelt werden, dürften viele Hersteller Probleme bekommen. Wie sie die lösen, bestimmt ihre Zukunftsfähigkeit. Sie müssen das schaffen. Ohne Betrug. Sonst rutscht die ganze deutsche Wirtschaft in die Krise.

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