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Westfalenpost: Der Mensch verkümmert zum Kostenfaktor
Kommentar von Rolf Hansmann zum Krankenhausstrukturgesetz

Hagen (ots) - Wenn die Krankenhäuser in Südwestfalen das geplante Krankenhausstrukturgesetz kritisieren, ist das alles andere als ein Klagen auf hohem Niveau. Den meisten Kliniken steht das Wasser bis zum Holz. Sie wenden sich mit einem Hilferuf an die Politik, weil sie sich - um im Bild zu bleiben - tatsächlich unmittelbar vor dem Ertrinken befinden.

Deutschland wird weltweit für sein leistungsfähiges Gesundheitssystem gerühmt. Und doch ist die Krankenhauslandschaft seit Jahren dadurch geprägt, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander geht. Vor diesem Hintergrund hilft es nicht, wenn das geplante Krankenhausstrukturgesetz - in der Öffentlichkeit als Qualitätsoffensive verkauft - als verkapptes Kostensenkungsprogramm daher kommt.

Hermann Gröhe ist nicht der erste Gesundheitsminister, der an der Krankenhausfinanzierung herumdoktert, ohne sie gesund zu machen. Auch er stellt die richtige Diagnose (das System ist krank) und kommt ebenfalls auf die falschen Behandlungsmethoden. Es ist unbestritten, dass Kliniken Wirtschaftsunternehmen sind. Aber muss diese Erkenntnis dazu führen, dass der Patient (oder besser: der erkrankte Mensch) zu einem betriebswirtschaftlichen Kostenfaktor verkümmert?

Man muss kein Schwarzseher sein, um vorherzusagen, dass eine weitere Sparrunde in der Krankenhauslandschaft auf Kosten des ländlichen Raumes geht. Insbesondere auf Kosten kleiner Krankenhäuser und dessen Personal. Kliniken stärken Regionen - es ist überfällig, dass die Politik ein Zeichen setzt. Sie muss sich klar dazu bekennen, dass sie weiter eine flächendeckende medizinische Versorgung haben will.

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