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Westfalenpost: Problembewusstsein schärfen
Kommentar von Martin Korte zu den Maßnahmen gegen multiresistente Keime

Hagen (ots) - Manchmal hilft der Blick in die Nachbarschaft: Den Niederlanden ist es gelungen, den Antibiotika-Einsatz in der Tiermast um 58 Prozent zu reduzieren. Vorbildlich - nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Antibiotika in der Landwirtschaft müssen sein, zuletzt haben viele Tierärzte und Viehhalter eindeutig zu häufig in den Medikamentenschrank gegriffen, und zwar nicht nur, um Krankheiten zu bekämpfen, sondern um das Wachstum der Tiere zu beschleunigen.

Mit fatalen Folgen. Die WHO spricht von jährlich 25 000 Keim-Toten in Europa, weiß aber, dass diese Zahlen überholt sind. Experten gehen von 100 000 Europäern aus, die infiziert sind - und sogar von Millionen, die resistente Erreger tragen. Das sind Horror-Zahlen, Panik ist dennoch fehl am Platze. Es kommt jetzt vielmehr darauf an, das Problembewusstsein bei allen Beteiligten zu schärfen. Erstens bei den Fleischerzeugern: Qualität muss vor Masse stehen, auch wenn diese Produktverantwortung die Profite verringern dürfte. Da niemand gern auf Geld verzichtet, muss der politische Druck erhöht werden. Brüssel leitet jetzt die richtigen Schritte ein. - Zweitens in den Kliniken: Sie müssen ihre Hygienestandards ständig auf den neuesten Standard bringen. - Und drittens beim Verbraucher: Produkte aus Massentierhaltung bergen Risiken; das sollte er wissen und dann verantwortungsvoll handeln.

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