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Westfalenpost: Politische Kunst? Von Knut Pries

Hagen (ots) - Es wird ernst auf der jüngsten Etappe der Griechenland-Euro-Saga. Der auf einer Welle des Zuspruchs surfende Jung-Premier Tsipras und seine Mitstreiter haben sich in Sachen weitere Hilfe und ihre Bedingungen auf eine unrealistische Parole versteift. "Für uns zählt nur der Wählerauftrag zuhause - Euro behalten, aber zu unseren Bedingungen!" Je auftrumpfender diese Ansage daher kam, desto humorloser wurde die Antwort der Rest-Europäer: Abmachungen sind einzuhalten, wer Geld will, muss Auflagen und Kontrollen hinnehmen.

Vor dem Kompromiss wird kräftig geholzt, das gehört zum Geschäft. Diesmal scheint der Rückweg zur Verständigung besonders lang. Vor allem, weil die Herren in Athen nicht erkennen lassen, dass sie eine Ahnung haben, wie man die diplomatische Kurve kriegt.

In diesem Fall liegt der Kompromiss nicht in der Mitte, Tsipras wird sich stärker bewegen müssen. Weder können die Abmachungen der Vorgänger-Regierungen einfach in die Tonne getreten werden, noch verpflichtet der Wahlausgang in Hellas die EU-Partner, die dort gemachten Versprechungen zu finanzieren. Bewegen müsste sich freilich auch die Gläubigerseite. Vor allem die tonangebenden Deutschen haben es geschafft, ihren abschlägigen Bescheid nach Vorgesetztenart zu erteilen. Auch das ist ein Mangel an politischer Kunstfertigkeit.

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