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Westfalenpost: Das Ende eines Alptraums
Kommentar von Andreas Thiemann zur Schließung des Opel-Werkes in Bochum

Hagen (ots) - Es gab eine Zeit, da arbeiteten mehr als 22.000 Menschen im Bochumer Opel-Werk. Am Ende waren es jetzt nur noch kaum mehr als 3000. Für die Betroffenen war und ist dieser ebenso dramatische wie schmerzliche Abbauprozess nichts weniger als ein Alptraum. Um sich daraus lösen und befreien zu können, muss man aufwachen. "Bochum Perspektive 2022" heißt die Entwicklungsgesellschaft, die dabei helfen soll. Schon der Titel zeigt an, dass dafür ein langer Atem gebraucht wird. Experten sehen sogar zehn Jahre als ein Minimum an, um abermals einen Strukturwandel (nach dem Abschied von der Kohle) erfolgreich zu meistern. Mittelstand, Hochschule, Gründerzentrum heißen die Stichworte, die nun für Hoffnung stehen. Für die unmittelbar Betroffenen gibt es ein eigenes Hoffnungsvokabular: Weiterbildung, Umschulung, Neuorientierung. Angesichts einer Arbeitslosenquote in Bochum von annähernd zehn Prozent mag das zwar wie Hohn klingen, doch ist es leider wohl auch alternativlos. "In jedem Ende liegt ein neuer Anfang", lautet ein spanischer Aphorismus. Der ist im Grunde genommen so grausam banal, wie er klingt. Und doch bedeutet er für Bochums Opelaner die Wahrheit, mit der sie ihre veränderte Zukunft entschlossen gestalten müssen.

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