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Westfalenpost: Stefan Hans Kläsener zum Nahostkonflikt

Hagen (ots) - Mitte der Neunziger Jahre konnte man im Jordantal eine Hoffnungspatrouille beobachten: Israelische Soldaten und palästinensische Polizisten fuhren gemeinsam Streife. Sie wurden von der Bevölkerung beklatscht, denn endlich schien der Weg zu einer Aussöhnung zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen frei. In naher Ferne winkte ein eigenständiger Staat Palästina, den es in der Geschichte nie gegeben hatte. Es war eine Zeit, in der das Unmögliche möglich schien: Frieden in Nahost. Viele Anschläge, Attentate und Messerstechereien später sind diese Hoffnungen erloschen. Zwei Generationen in Israel und den besetzten Gebieten kennen keinen anderen Zustand als den des gegenseitigen Kampfes, ja des Vernichtungswillens. Auf beiden Seiten sind die radikalen Kräfte immer stärker geworden. Zwar findet man bei Palästinensern wie Israelis immer noch auf Ausgleich bedachte, besonnene und reflektierte Menschen, insbesondere unter den Christen. Aber sie sind eine kleine Minderheit. Schädlich war unter dem Strich auch der Einfluss des Auslands - immer wieder haben sich Mächte von Washington bis Peking eingemischt und das fragile Machtgefüge noch wackeliger gemacht. Inzwischen nehmen wir nicht einmal mehr zur Kenntnis, dass eine faktische Regierung wie die des Gaza-Streifens in Jubelstürme ausbricht, wenn jüdische Israelis beim Beten erstochen werden. Was soll daraus Gutes werden? Während die Hamas jubelt, beteuert Präsident Abbas sein Mitgefühl. Das zeigt die eigentliche Not der Palästinenser, die sich uneins sind. Dass Israel dies auch noch ausnutzt, ist eine Torheit mehr in diesem Konflikt.

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