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Westfalenpost: Sterbehilfe

Hagen (ots) -

Dieser Leitartikel ist kein wirklicher Kommentar. Das Thema ist zu vielschichtig, um all den Situationen gerecht zu werden, in die Menschen und ihre Angehörigen geraten können, wenn es ans Sterben geht. Der Gesetzgeber muss trotzdem rechtliche Regelungen treffen, was erlaubt und was verboten ist. Es war gestern eine Sternstunde des Bundestages, weil die Abgeordneten mit großem Ernst um die rechtlichen und menschlichen Fragen rund um den Tod rangen.

"Mit diesem Tagesordnungspunkt beginnen wir das vielleicht anspruchsvollste Projekt dieser Legislaturperiode", sagt der Katholik Norbert Lammert (CDU).

"Mit der Menschenwürde ist es nicht vereinbar, wenn aus dem Schutz des Lebens ein Zwang zum Qualtod würde", sagt der evangelische Pfarrer Peter Hintze (CDU).

"Ich will, dass Menschen in großer Not sich ihrem persönlichen Umfeld und ihrem Arzt anvertrauen können", sagt die Wissenschaftsexpertin Carola Reimann aus Braunschweig (SPD).

"Ich will mir die schwere Entscheidung für andere nicht anmaßen", sagt die Grüne Renate Künast.

"Bei Sterbehilfe schafft Angebot die Nachfrage", warnt der Fuldaer CDU-Abgeordnete Michael Brand, der seinen Vater früh wegen einer Krebserkrankung verlor.

"Wir setzen uns dafür ein, die von Angehörigen, Nahestehenden, Ärzten und Sterbehilfevereinen geleistete Beihilfe zum Freitod weiterhin straflos zu lassen", sagen die Linken.

"Niemand weiß vorher, was er aushalten kann", sagt die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

Ein nachdenklicher Bundestag, auf den wir stolz sein können.

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