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Westfalenpost: Bedenklich Von Harald Ries

Hagen (ots) - Es ist schlimm, wenn in Deutschland Juden auf der Straße körperlich angegriffen werden, weil sie als Juden erkennbar sind, wenn Bombendrohungen gegen Synagogen eingehen und auf Demonstrationen Parolen wie "Israel vergasen" und "Sieg Heil" zu hören sind. Geht also eine neue, bis vor kurzem unvorstellbare Welle des Antisemitismus durch unser Land? Sicherlich nicht. Aber es hat sich schon etwas geändert.

Da sind junge Muslime, denen auch eine deutsche Staatsangehörigkeit kein Bewusstsein von der besonderen Schuld der Deutschen gegenüber den Juden und der daraus abgeleiteten besonderen Beziehung zu Israel nahegebracht hat. Zu ihnen gesellen sich alte und neue Nazis sowie versprengte Linke - eine abenteuerliche Mischung.

Wer israelische Soldaten wegen ihrer Angriffe auf Gaza als "Kindermörder" bezeichnet, ist allein deshalb noch kein Antisemit. Aber warum hören wir keine entsprechenden Proteste gegen Massaker im Irak und in Syrien? Weil Kritik an Israel auch tiefer liegende Ressentiments befriedigt? Der Verdacht liegt nahe.

Und die Mehrheit? Ist genervt. Israels Sicherheit mag deutsche Staatsräson sein, wie Angela Merkel gesagt hat. Aber insbesondere die Siedlungspolitik hat viel Unverständnis und Distanz geschaffen. Das ist bedenklicher, als es einzelne, noch so schlimme Ausfälle sind.

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