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Westfalenpost: So schmutzig kann moderne Kriegsführung sein
Kommentar von Stefan Hans Kläsener zur Flugzeugkatastrophe

Hagen (ots) - Offenbar kann es immer noch schlimmer kommen als ohnehin von Pessimisten erwartet. Der mutmaßliche Flugzeugabschuss einer Passagiermaschine über der Ostukraine macht sprachlos: Wessen Geistes Kind muss jemand sein, der da auf den Knopf drückt und nahezu 300 Menschenleben auslöscht? Und wozu? Sicher ist, dass der nichterklärte Krieg zwischen der Ukraine und Russland zum Schmutzigsten gehört, was die so genannte moderne Kriegsführung anzubieten hat. Das schließt die Propaganda-Patrouillen mit ein, die auffällig schnell mit Schuldzuweisungen bei der Hand sind. Sicher ist, dass ein Verkehrsflugzeug in Reiseflughöhe nicht von Freischärlern mit Handwaffen abgeschossen werden kann. Dazu bedarf es professionellen Militärgeräts, und damit ist die Katastrophe kein Unglücksfall, sondern ein ernster politischer Krisenfall, der nicht folgenlos bleiben kann und wird. Da offensichtlich auch US-Amerikaner an Bord waren, wird - auch wenn es zynisch klingen mag - die Suche nach den Schuldigen mit äußerster Hartnäckigkeit verfolgt werden. Sicher ist leider ebenso, dass die internationale Luftfahrt ein sehr anfälliges System ist. Zur Globalisierung gehört eben auch, dass nahezu jeder regionale Konflikt auf der Welt diese Infrastruktur verletzen kann. Bedenkenlos steigen in diesen Wochen Millionen von Passagieren mit offenen Sandalen in den Urlaubsflieger - ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie unsicher diese Welt ist, so lange wir nicht verlässlichen Frieden in den Krisenregionen gefunden haben. Wer wird das besser wissen als die Angehörigen der Opfer, die einfach nur von Amsterdam nach Malaysia wollten.

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