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Westfalenpost: Torsten Berninghaus zum Flugzeugabsturz über dem Sauerland

Hagen (ots) - Der Flugzeugabsturz vom Montag im Sauerland wirkt nach. In Olsberg kehrt nur langsam wieder Alltag ein. Immer noch sind Fragen offen. Fragen nach Entschädigungen, vor allem aber Fragen nach der Ursache dieser Tragödie, die zwei Menschenleben kostete. Festzuhalten bleibt, dass es sich hier um einen außergewöhnlichen Flugunfall handelt. Eines der modernsten Jagdflugzeuge war beteiligt, zudem ein Ziviljet - ebenfalls im Auftrag der Bundeswehr. Das Medieninteresse ist entsprechend, zumal der Zusammenstoß während eines Abfangtrainings stattfand. Eine Routine-Übung, ja. Allerdings eine unter besonderen Bedingungen. Denn das nicht ungefährliche Manöver, bei dem sich die Flugzeuge sehr nahe kommen, fand außerhalb der für diese Zwecke reservierten Lufträume statt. Sowohl der Learjet als auch die Eurofighter jagten durch den unreglementiertesten Luftraum "Echo". Gemeinsam mit Hobbypiloten oder Segelfliegern. Deshalb gilt eine goldene Regel: Luftraumbeobachtungen sind hier das A und O. Will sagen, der Pilot (er sitzt allein im Eurofighter) muss jederzeit mit einem anderen Flugzeug rechnen. Nun verweist die Bundeswehr mit Recht darauf, dass eine Übung an dieser Stelle zulässig war und dass die Eurofighter-Piloten selbstverständlich durch einen Controller in der Bodenstation geleitet wurden. Trotzdem darf man festhalten: Hier wurde ein zusätzliches Risiko in Kauf genommen. Ob die Beobachtung des Horizontes den Piloten vom Flugmanöver abgelenkt hat, wird die Untersuchung zeigen. Unabhängig davon aber sollte die Luftwaffe prüfen, welchen zusätzlichen Wert derlei Trainings außerhalb der reservierten Zonen haben. Helfen sie wirklich dabei, im Ernstfall die Sicherheit des Luftraumes und die Sicherheit des Landes zu garantieren?

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