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Westfalenpost: Motorradlärm

Hagen (ots) -

Es ist nur allzu verständlich, dass viele Einheimische und Urlauber im Hochsauerlandkreis ihre Ruhe haben wollen und Motorradlärm hassen wie die Pest. Darauf deutet eine Vielzahl von Leserbriefen hin, die diese Zeitung erreicht haben. Und die legen nahe: Die Polizei soll Krachmachern auf zwei Rädern an den Kragen gehen. "Damit man die Natur in der schönsten Urlaubsregion des Landes wieder in aller Stille genießen kann", so der Wunsch eines Lesers. Wie gesagt, verständlich.

Schaut man sich die Biker im Sauerland näher an, erkennt man sofort: Die Masse kommt als Easy Rider daher. Friedfertig und fern des Dezibel-Terrors, der ihnen immer wieder unterstellt wird. Darunter Ärzte, Anwälte, Studienräte, die untertourig in den Ortschaften unterwegs sind. Ihnen ihre Freiheit und den Hoteliers, die sich auf Biker spezialisiert haben, die Existenz zu nehmen, kann nicht ohne Widerspruch hingenommen werden. Auch das ist - allzu verständlich.

Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Kontrollen des Aktionsbündnisses mit den neuen Schallmessgeräten ihre Wirkung zeigen. Bisher war das Messverfahren für den Grenzwert von 80 Dezibel eine äußerst komplizierte Angelegenheit: Es durfte kein schallreflektierender Gegenstand in 50 Meter Entfernung zum Mikrofon stehen, eine freie Strecke bei Grundtempo 50 ist Voraussetzung und vieles mehr. Im Stand gemessene Werte haben keine Aussagekraft.

Was hilft, ist das Bewährte: Die gute alte Geschwindigkeitskontrolle, um den wenigen echten Rowdys ihre Grenzen aufzuzeigen und den Lärm zu reduzieren. Da lohnt sich ein größerer Personalaufwand bei der Polizei. Letztlich auch, weil Leben gerettet wird.

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