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Westfalenpost: Eine pikante Situation Von Andreas Thiemann

Hagen (ots) - Annette Schavan sitzt auf gepackten Koffern: Als deutsche Botschafterin soll sie künftig im Vatikan möglichst segensreich für unser Land wirken. Das zumindest ist der ausdrückliche Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jetzt aber hat die vormals zurückgetretene Bildungsministerin eine ziemlich delikate Hypothek im Gepäck. Sie reist mit dem peinlichen Makel, eine vorsätzliche Täuscherin gewesen zu sein. Das hat man ihr vorgeworfen, das hat die Universität Düsseldorf nach eingehender Prüfung so klar formuliert, und das hat nun auch noch einmal ein ordentliches Gericht unbarmherzig bestätigt.

In diplomatischen Kreisen ist eine Doktorwürde zwar nicht zwingend notwendig, wohl aber in den Spitzenämtern weit verbreitet. In diesem Fall aber fehlt die akademische Würde nicht nur. Hier liegt ein entwürdigendes Urteil wegen 60-fachen Verstoßes gegen die Promotionsordnung vor.

Denkbar schlechte Voraussetzungen sind das, um nun gerade im Vatikan getreulich diplomatischen Dienst zu tun. Nicht, dass dort immer alles ausschließlich nach christlichen Geboten und frommem Sinn abgeht, doch erscheint die jetzt noch einmal juristisch abgehärtete Titel-Aberkennung schon recht belastend für diesen angestrebten Job.

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