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Westfalenpost: Konjunkturerwartung

Hagen (ots) -

Die Kassen der Einzelhändler und Online-Bestelldienste klingeln kräftig: Bei den Verbrauchern sitzt das Geld anscheinend locker in der Tasche, sie geben es lieber aus, als es auf die hohe Kante zu legen.

Kein Wunder: Die schon lang anhaltende Phase niedriger Zinsen macht das Sparen unattraktiv und dafür eine Kreditfinanzierung günstig; Aktien als Geldanlage sind für viele, nach teils bösen Erfahrungen mit Wertpapieren und ihren Verlusten am Neuen Markt, keine Alternative mehr zum Sparkonto. Die Konjunkturerwartung legt entsprechend der Kauflaune der Verbraucher im Dezember zum vierten Mal in Folge zu - und das, obwohl die Einkommenserwartung sank. Neben allen harten Fakten zählt dabei wohl auch: Kaufen, sich etwas leisten zu können, sich etwas zu gönnen, ist einfach auch chic.

Von der starken Binnennachfrage profitiert, wie vom stabilen Export, die Gesamtwirtschaft. Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit.

Zwar steigen, nach mageren Jahren, die Einkommen durchschnittlich an und die Arbeitslosigkeit ist gesunken. Dennoch warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband auch vor einem steigenden Armutsrisiko: In den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein etwa liege die Gefahr, dass das Geld nicht mehr zum Leben ausreicht, bei 15 Prozent - so hoch, wie nie zuvor. Zu einer differenzierten Betrachtung gehört es also festzustellen, dass offenbar längst nicht alle von der guten Wirtschaftslage profitieren: Es gibt Gewinner und Verlierer. Diesen Umstand muss die Politik im Auge behalten und, wo notwendig, die Ursachen beseitigen. Aus Gründen der Gerechtigkeit - und der Verantwortung.

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