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Westfalenpost: Tarifliche Turbulenzen

    Hagen (ots) - Bei Lufthansa drohen schon neue Streiks Von Sven Nölting Das Ende des Streiks, die absehbare Normalisierung des Flugverkehrs und ein fairer Lohnkompromiss: Eigentlich ist die schnelle Tarifeinigung bei der Lufthansa eine durchweg gute Nachricht für Beteiligte und Betroffene. Die Passagiere können bald wieder auf pünktliche Flüge hoffen. Die Beschäftigten erhalten einen überdurchschnittlichen Tarifaufschlag. Die Lufthansa hat sich mit längerer Laufzeit und niedrigem Nachschlag gegen die Folgen der Öl-preisexplosion abgesichert. Also eine Lösung, mit der alle Seiten leben könnten, sollte man meinen. Aber nicht bei der Lufthansa. Die muss - ähnlich wie die Bahn - gleich an mehreren Tariffronten gegen konkurrierende Gewerkschaften kämpfen. Und so droht - kaum ist der eine Streit beigelegt - auch schon der nächste Konflikt. Grund: Der Tarifkompromiss soll auch für Flugbegleiterinnen gelten. Die aber sind überwiegend bei der Kleingewerkschaft UFO organisiert. Und die hat den Verdi-Abschluss schon mal kategorisch abgelehnt und fordert 15 Prozent mehr Geld für ihre Klientel. Eine abgehobene Forderung, mit der UFO offenbar ihre Existenzberechtigung gegenüber der großen Schwester Verdi beweisen will. Fragt sich, warum UFO nicht gleich mit am Verhandlungstisch saß. Nun droht der ärgerliche Profilierungsversuch bald in den nächsten Streik zu münden. Und weil auch der Piloten-Tarifkonflikt bei den Töchtern noch ungelöst ist, ist ein Ende der tariflichen Turbulenzen bei der Lufthansa vorerst nicht Sicht.

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