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Westfalenpost: Die Politik muss helfen

Hagen (ots) - Kommunale Krankenhäuser in Not Von Lorenz Redicker Für die kommunalen Kliniken ist es der zweite Schlag: Erst die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst, jetzt der Abschluss für die Ärzte. Je 8 Prozent mehr, wenn auch auf zwei Jahre gerechnet - "das können wir nicht schul- tern", sagt der Krankenhaus- verband DKG. Mit Recht. Die Krankenhäuser können nicht, wie andere Dienstleister, einfach ihre Preise erhöhen. Die Einnahmen sind gesetzlich gedeckelt - in diesem Jahr auf ein Plus von 0,64 Prozent. Da die Personalkosten fast zwei Drittel ihrer Ausgaben ausmachen, haben die Kliniken ein Problem - zumal sie bereits massiv vor allem Pflegepersonal abgebaut haben und medizinferne Bereiche in der Regel längst ausgelagert sind. Soll heißen: Es ist kaum mehr etwas da, was noch eingespart werden könnte. Ein Drittel der Kliniken wird deshalb 2008 rote Zahlen schreiben, hat das Wirtschaftsinstitutes RWI hochgerechnet. Viele Kommunen und Kreise dürften deshalb neu über den Verkauf ihrer Kliniken an Private nachdenken. Wenn sich denn Interessenten finden. Zahlreiche Häuser werden die nächsten Jahre vermutlich nicht überstehen. Sind die Abschlüsse für Ärzte und Pflegepersonal deshalb überzogen? Nein, der Lohnzuwachs ist gerechtfertigt. Vielmehr stimmen die politischen Rahmenbedingungen nicht. Dass die Krankenhäuser ein halbes Prozent ihrer Einnahmen an die Kassen abführen müssen, ist nicht mehr zu rechtfertigen. Und auch über die Einnahmedeckelung muss neu nachgedacht werden. Bevor es für allzu viele Kliniken zu spät ist. Pressekontakt: Westfalenpost Redaktion Telefon: 02331/9174160 Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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