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Osnabrück (ots) - Felix Klare: Über 13 Schulen und das Arbeitsamt zur Schauspielerei

"Tatort"-Star stieß im Keller eines Berufsinformationszentrums auf seine künftige Beschäftigung - 37-Jähriger besitzt weder Fernseher noch Smartphone

Osnabrück. "Tatort"-Star Felix Klare ist nicht gerade auf direktem Weg zur Schauspielerei gekommen: Er habe insgesamt zwölf verschiedene Schulen besucht und sei auf seinen späteren Beruf erst übers Arbeitsamt aufmerksam geworden, sagte der 37-jährige Darsteller des Stuttgarter Kommissars Sebastian Bootz der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Ich war das vierte und letzte Kind meiner Eltern, die bei mir alles richtig machen wollten", berichtete Klare. "Wenn meine älteren Geschwister nach Hause kamen, den Schulranzen hinschmissen und, Scheiß Latein' maulten, wusste ich schon, drei Jahre bevor ich es selbst bekam, dass Latein kein gutes Fach ist. Ich war da auch sofort richtig schlecht." Die Folge: "Meine Eltern haben mich da rausgenommen und es woanders probiert, aber da lief's dann auch nicht. Immer stand ich vorne neben der Lehrerin, die dann sagte: ,Das ist euer neuer Mitschüler, der Felix.' Dann guckten alle, ich war so klein mit Hut, kam in die letzte Reihe und habe zwei Wochen lang gar nichts gesagt, nur beobachtet: Wie versteht sich der Schüler mit dem, welche Autorität hat der Lehrer, welche die und so weiter. Und dann habe ich angefangen, meine Jokes zu machen, um irgendwie in die Klassengemeinschaft reinzukommen - das war erst mal wichtiger, als gut in der Schule zu sein." Zur Schauspielerei sei er dann "übers Arbeitsamt" gekommen: "Als ich 18 oder 19 war, habe ich im Berufsinformationszentrum München (BIZ) einen etwa zehnseitigen Fragebogen ausgefüllt. Bei der Auswertung kam heraus, dass ich Pferdewirt oder Spielzeughersteller werden sollte. Ich mag zwar Tiere, aber unter Pferdewirt konnte ich mir überhaupt nichts vorstellen. Und mit Spielzeug konnte ich auch nicht so viel anfangen." In einem Keller des BIZ sei er dann in einen Saal mit Unmengen von Ordnern gekommen, auf deren Rücken die Berufe vermerkt waren, über die man sich informieren konnte: "Da habe ich mich bestimmt zwei Stunden aufgehalten und habe mir von A, B, C bis S wie Schauspieler alle möglichen Berufe durchgelesen. Bei Schauspieler bin ich das erste Mal hängen geblieben und hab gedacht: Da steckt ja alles drin, was ich davor gelesen habe." Bis heute verzichtet der in München lebende Klare auf einen Fernseher: "Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen, und seit ich Kinder habe, sage ich mir noch mehr, dass ich das nicht brauche. Außerdem muss ich als Schauspieler vom Leben erzählen und nicht vom Fernsehen." Auch ein Smartphone hält der 37-Jährige für verzichtbar: "Bis vor einem Jahr hat jeder, der mein 15 Jahre altes Handy gesehen hat, gleich gefragt: Was ist das denn? Mittlerweile sagen immer mehr Leute: Ist ja cool, darf ich das mal anfassen? Jetzt ist es schon wieder etwas Besonderes. Das Einzige, was ich manchmal vermisse, ist, dass ich mit meinem Handy keine Fotos machen kann." Ganz anders ist allerdings sein nächster Fall gestrickt: Am Sonntag, 27.August, ist Klare in der Stuttgarter "Tatort"-Folge "HAL" zu sehen, in der es um digitale Überwachung in einer nahen Zukunft geht.

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