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NOZ: Gewerkschaft warnt vor Überlastung der Polizei durch Großdemonstrationen

Osnabrück (ots) - Großdemonstrationen: GdP warnt vor Überlastung der Polizei

Gewerkschaftsvorsitzender Malchow: Die Decke ist einfach zu kurz

Osnabrück. Vor der türkischen Großdemonstration am Sonntag in Köln hat die Polizeigewerkschaft GdP vor einer Überlastung der Polizei gewarnt. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow: "Wir müssen immer mehr länderübergreifende Einsätze bei Großdemonstrationen in Deutschland stemmen. Die Decke ist einfach zu kurz." Da die Länder sich bei solchen Einsätzen gegenseitig mit Beamten unterstützen müssten, könne die Polizei viele andere Aufgaben im Kampf gegen Alltagskriminalität nicht mehr leisten. Malchow warnte:"Die Verkehrsüberwachung kommt zu kurz, genauso wie die Strafverfolgung, die Ermittlungen nach Einbrüchen, die Drogenfahndung und auch die Prävention."

Grund dafür sei der jahrelange Personalabbau bei der Polizei in vielen Bundesländern sowie die zahlreichen Pegida-Demonstrationen im vergangenen Jahr, bei denen die Länder sich gegenseitig Polizisten ausliehen. In den vergangenen 12 Jahren seien 16 000 Vollzeit-Stellen bei der Polizei abgebaut worden. Malchow forderte: "Wir brauchen mindestens 20 000 zusätzliche Stellen bei Bund, Ländern und beim BKA." Wegen der Terrorgefahr in Deutschland müsse diese Zahl eher noch höher liegen.

Der GdP-Chef appellierte an die Teilnehmer der Großdemonstration in Köln, friedlich zu bleiben. Es gebe derzeit aus polizeilicher Sicht keinen Anlass, die Demonstration zu verbieten - dies könnte sich aber noch ändern.

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