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NOZ: Bundesbank fürchtet Probleme bei IBAN-Pflicht

Osnabrück (ots) - Bundesbank sorgt sich um reibungslose Umstellung auf SEPA-Überweisungen

Vorstandsmitglied Thiele: Vor allem ältere Menschen vor Problemen - Altes System mit Bankleitzahl und Kontonummer endet zum 1. Februar

Osnabrück. Gut zwei Wochen vor der endgültigen Umstellung der Überweisungen auf das europäische SEPA-System sorgt sich die Deutsche Bundesbank um einen reibungslosen Übergang. "Sorgen mache ich mir um den Personenkreis, der keine Computer benutzt, wie ältere Menschen. Da bin ich mir nicht sicher, ob die Umstellung reibungslos klappt", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). Derzeit erfolgten noch gut zehn Prozent der täglich 24 Millionen Überweisungen nach dem bisherigen Muster aus Bankleitzahl und Kontonummer. Ab dem 1. Februar dürfen Banken nur noch Überweisungen mit der 22-stelligen internationalen Kontonummer IBAN durchführen. Thiele appellierte an Banken und alle, die Rechnungen ausstellen, die IBAN-Nummer der Lesbarkeit halber in vier Blöcke aufzuteilen: DE für Deutschland, eine zweistellige Prüfziffer, dann die achtstellige Bankleitzahl und die zehnstellige Kontonummer. "Auf den EC-Karten ist es bei fast allen Instituten so auf der Rückseite angegeben und so sollte es auch auf Rechnungen vermerkt sein", sagte er der Zeitung.

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Bundesbank-Vorstand Thiele: Summe des Euro-Bargelds auf 1109 Milliarden gestiegen

Bis zu 80 Prozent der Banknoten werden gehortet - Zahlungsverhalten der Bürger ändert sich

Osnabrück. Die Summe des im Umlauf befindlichen Euro-Bargelds ist im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1109 Milliarden Euro gestiegen. Das sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). Dabei geht die Bundesbank davon aus, dass nur 15 bis 20 Prozent des Bargeldes sich im sogenannten Transaktionsumlauf befindet, also tagtäglich zum Einsatz kommt. Etwa 30 bis 40 Prozent würden in der Eurozone gehortet, weitere 40 Prozent befinden sich im Ausland.

"Der Euro wird von vielen als sicheres und wertstabiles Geld angesehen", sagte Thiele. Dahinter stehe ein internationaler Sortenhandel. Grundsätzlich nehme der Anteil des Bargelds im Zahlungsverkehr ab. Durch technische Entwicklungen verändere sich das Zahlungsverhalten der Bürger. "Diese Veränderung muss von der deutschen Kreditwirtschaft wahrgenommen und mitgestaltet werden", sagte Thiele. Der Online-Bezahldienst paydirekt und das kontaktlose Bezahlen mit der EC-Karte seien erste Schritte in die richtige Richtung. "Allerdings müssen diese flächendeckend genutzt werden können", forderte der Bundesbank-Vorstand.

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