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NOZ: Interview mit Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der GIZ

Osnabrück (ots) - GIZ will stärkere deutsche Rolle in der Welt

Chefin Gönner: EEG ein Exportschlager - Auch Schwellen- und Industrieländer im Fokus der Entwicklungshelfer

Osnabrück. Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) plädiert für eine aktivere deutsche Außenpolitik. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte Vorstandssprecherin Tanja Gönner, "unsere Partner in aller Welt melden uns zurück, dass sie sich das wünschen. Aus Sicht des Auslands nutzt Deutschland seine Gestaltungskraft in den internationalen Beziehungen zu wenig". Sie habe keine Probleme damit, Hilfe Hand in Hand mit der Bundeswehr zu leisten. "Heute lassen sich Sicherheit und Entwicklung gar nicht mehr getrennt denken. Die Formel heißt: keine Entwicklung ohne Sicherheit - keine Sicherheit ohne Entwicklung", erklärte die GIZ-Chefin und nannte als Beispiele die Arbeit in Afghanistan und Mali.

Parallel zur Entwicklungshilfe weite die GIZ ihre Tätigkeit in Schwellen- und Industrieländer aus. Deutschland habe diesen viel zu bieten, etwa beim Wandel hin zu einer "grünen" Wirtschaft. "Auch wenn es viele angesichts der Diskussion in Deutschland überraschen mag: Gerade das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein echter Exportschlager und wurde schon von vielen Ländern in jeweils angepasster Form übernommen", sagte Gönner. "So fördert heute Brasilien Solarenergie durch ein Einspeisegesetz." Die frühere CDU-Umweltpolitikerin verwies ferner darauf, dass alleine durch GIZ-geförderte Klimaschutzmaßnahmen in Indien seit 2005 über 163 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart worden seien. "Das ist mehr als der jährliche Treibhausgas-Ausstoß des gesamten Verkehrs in Deutschland", so Gönner.

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