Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Gespräche mit Barbara Küppers, Nahost-Expertin von Terre des Hommes und Ruth Jüttner, Syrien-Expertin von Amnesty International

Osnabrück (ots) - Hilfswerke: Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland "drastisch erhöhen"

Terre des Hommes: "katastrophale Bedingungen" - Amnesty International: "eine der größten Tragödien dieses Jahrhunderts"

Osnabrück.- Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes fordert, die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland "drastisch zu erhöhen". In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) sagte die Nahost-Expertin der Osnabrücker Hilfsorganisation, Barbara Küppers, grundsätzlich solle die Bundesrepublik "allen Asyl gewähren, die jetzt schon da sind". Ähnlich äußerte sich die Expertin von Amnesty International: "Wir begrüßen die Bereitschaft der Innenminister, weitere syrische Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Ruth Jüttner von Amnesty International in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Allerdings wäre das aus Sicht der Syrien-Expertin nur ein kleiner Schritt.

Mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation auf der Flucht. "Deshalb appellieren wir an die Bundesregierung, vor allem besonders gefährdete und besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Jüttner. "Die syrische Flüchtlingskrise ist eine der größten Tragödien dieses Jahrhunderts."

Von den 28 EU-Staaten nehmen nach Angaben von Terre des Hommes 14 Staaten keine Flüchtlinge auf. Hier sei die EU insgesamt gefordert, ihre Aufnahmekontingente "stark zu erhöhen", sagte Küppers. Zudem müssten die EU-Staaten "sichere Wege für syrische Flüchtlinge nach Europa eröffnen, die brutalen Zurückweisungen an den EU-Grenzen beenden und es ermöglichen, dass Familien unbürokratisch zusammengeführt werden können", so Küppers weiter.

Wer es nach Europa schafft, hat meistens einen lebensgefährlichen Weg hinter sich. "In Libyen oder Ägypten - Staaten, in denen Menschenrechtsverletzungen auch gegenüber Flüchtlingen und Migranten an der Tagesordnung sind - werden syrische Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen willkürlich inhaftiert und nach Syrien oder in andere Staaten abgeschoben", kritisiert Jüttner. Die Bundesregierung müsse sich entschieden für ein gemeinsames europäisches Aufnahmeprogramm für syrische Flüchtlinge einsetzen.

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