Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Handel
Lebensmittel

Osnabrück (ots) - Tierwohl ade?

Was war zuerst, der Geiz oder das Schnäppchen? Der Einzelhandel sieht sich selbst als Getriebener einer scheinbar nie endenden Preisspirale. Irgendwie geht es immer noch ein bisschen billiger. Schließlich will es der Kunde ja so. Diese einseitige Schuldzuweisung greift zu kurz: Es waren Supermärkte und Discounter, die die Nachfrage nach günstigem Fleisch in ungeahnte Dimensionen getrieben haben, indem sie ihre Kühltruhen bis zum Rand mit abgepackter Billigware füllten.

Billig scheint aber noch nicht billig genug, wie die neuerliche Preissenkungsrunde belegt. Und so kommen Zweifel auf an dem wenige Wochen alten branchenübergreifenden Bekenntnis zu mehr Tierwohl. Schwein, Huhn und Rind sollte es doch künftig besser gehen. Die Einzelhändler, darunter auch die Discounter Aldi und Lidl, wollten die Bauern für Mehrkosten durch einen Fonds entschädigen.

Doch bevor der überhaupt steht, werden die Preise weiter gedrückt. Die Bauern kommen sich zu Recht verhöhnt vor, und es stellt sich die Frage, wie ernst es der Einzelhandel mit seinen Bekenntnissen überhaupt meinte. Eines dürfte aber bereits feststehen: Scheitert am Ende die Tierwohl-Initiative, ist der Schuldige schon gefunden: der Verbraucher, denn der wollte es ja so.

Dirk Fisser

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: