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Neue OZ: Kommentar zu Kunstraub

Osnabrück (ots) - Missachtung der Opfer

Jetzt rächt sich die Hinhaltetaktik der Augsburger Staatsanwaltschaft. Seit der Beschlagnahme der Bilder in der Wohnung von Cornelius Gurlitt ist zu viel wertvolle Zeit verstrichen. Bis jetzt ist der Verdacht der Raubkunst bei zu wenigen Bildern erhärtet. Und obendrein bleibt weiter unklar, auf welcher Grundlage die Bilder überhaupt abtransportiert wurden.

Genau an diesen Punkten setzen jetzt Gurlitts Anwälte an, mit allerdings erstaunlichen Feststellungen und Forderungen. Mit der neuen Internetseite wollen sie die Diskussion im Namen ihres Mandanten versachlichen. In Wirklichkeit setzen sie auf Konfrontation, indem sie Ansprüche von Vorbesitzern bestreiten und überhaupt die ganze Frage der Raubkunst für das Gurlitt-Konvolut bis auf marginale Anteile infrage stellen.

Vor allem verwundert Gurlitts eigener Wortlaut. Er wolle mit seinen Bildern leben, "in Frieden und in Ruhe". Hat Cornelius Gurlitt jemals in all den Jahren darüber nachgedacht, auf wie viel Unfrieden und Unruhe im Leben anderer Menschen sein Kunstbesitz gründet? Was für eine Missachtung der Opfer.

Stefan Lüddemann

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