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Neue OZ: Kommentar zu Theo Zwanziger

Osnabrück (ots) - Zwanziger grätscht

So butterweich manche Äußerung Theo Zwanzigers zum Katar-Desaster vor dem Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments auch klingen mag: Es ist bemerkenswert, dass überhaupt ein so ranghoher Funktionär in die Abwehrkette der Granden des mächtigen Fußball-Weltverbands FIFA hineingrätscht. Denn die großen Sportverbände machten es sich in der Vergangenheit allzu leicht, wenn sie fragwürdige Vergabeentscheidungen damit rechtfertigten, dass Sport unpolitisch sei. Diese billige Ausrede zieht längst nicht mehr. Das Politische lässt sich nicht per Ansage vom Sportereignis abkoppeln, zumindest nicht, wenn es in einem Land wie Katar stattfindet. Oder Russland. Oder China. Dass 2022 unter der Wüstensonne eines autoritären Staats gekickt werden soll, der nicht für seine Menschenrechtslage berühmt ist, war ja ein Beschluss und kein Schicksalsschlag. Umso erfreulicher, wenn Zwanziger nun Besserung gelobt. Konsequenter wäre gewesen, nach Bekanntwerden der Missstände einen neuen WM-Gastgeber zu suchen, es bliebe ja genug Zeit. Ein erster Schritt war der Auftritt des Funktionärs allemal; an der Umsetzung der hehren Worte wird man die FIFA messen. Im Kampf um seine schwindende Glaubwürdigkeit hat der Verband den Anschlusstreffer erzielt. Vielleicht schafft er auch noch den Ausgleich.

Maik Nolte

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