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Osnabrück (ots) - Aus den Fugen

Ist wirklich nur das Leben von Cornelius Gurlitt aus den Fugen geraten? Die Anwälte haben recht, wenn sie die Frage danach stellen, wie Justiz und Medien mit ihrem Mandanten umgehen. Aber zugleich wirkt der Vorstoß auch seltsam unwirklich. Denn viele der Kunstwerke, die in der Wohnung von Cornelius Gurlitt gefunden wurden, sind Dokumente für das Unrecht, das so viele andere Leben, um Gurlitts Anwälte zu zitieren, "aus den Fugen" hat geraten lassen. Gerade dieses Unrecht muss nun vor allem wiedergutgemacht werden - soweit das noch möglich ist.

Der Augsburger Staatsanwaltschaft ist deshalb weiter vorzuhalten, dass sie die Aufklärung, woher all die Raubkunst-Bilder stammen, so schleppend vorangetrieben hat. Den Staatsanwälten musste bewusst sein, dass es bei diesem Fund um weit mehr ging als um ein Steuerdelikt.

Natürlich verdient Cornelius Gurlitt einen korrekten Umgang. Aber er kann auch selbst etwas dazu beitragen, dass sein Leben wieder ins Lot kommt - indem er sich an Aufklärung beteiligt und Raubkunst-Bilder von sich aus wieder zurückgibt. So käme er auch mit sich selbst ins Reine.

Stefan Lüddemann

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