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Neue OZ: Kommentar zu Bundeskartellamt
Deutsche Bahn

Osnabrück (ots) - Die Grenzen des Wettbewerbs

Die Bahn zu kritisieren ist leicht: teuer, unpünktlich, umständlich, diese Schlagworte fallen einem sofort ein. Da scheint es ausgemacht, dass das Kartellamt der Bahn in Sachen Ticketverkauf einen Riegel vorschieben wird. Doch so einfach ist es nicht. Selbstverständlich ist die Bahn zuallererst daran interessiert, ihre Fahrkarten zu verkaufen. Logisch, dass sie nicht bereit ist, auch Tickets der Konkurrenz an ihren Automaten anzubieten. Kein Unternehmen, das am Markt bestehen will, würde das anders handhaben.

Wo aber dürfen die Konkurrenzunternehmen dann ihre Tickets verkaufen? Müssten zwei oder drei Automaten direkt nebeneinanderstehen, um freien Wettbewerb zu ermöglichen? Oder darf die Bahn fremde Verkaufsstellen von den Bahnsteigen verbannen, auf dass der Fahrgast, allein schon aus Gründen der Eile, der Unkenntnis oder der Faulheit, lieber ein DB-Ticket am Bahnsteig kauft, als dafür erst von Pontius zu Pilatus zu laufen? Schließlich hat die Bahn das Hausrecht, sie darf bestimmen, wem sie wo Platz einräumt. Ist das noch Wettbewerb, oder ist das schon unfair?

Wer Online-Tickets kauft, kann mit wenigen Klicks vergleichen und das beste Angebot heraussuchen. Diese Wahl hat der Automaten-Käufer aktuell nicht. Doch nur, wer eine Wahl hat, kann frei entscheiden. Die Lösung wäre ein gemeinsames Ticketsystem an einem neutralen Automaten. Im Sinne der Verbraucher ist zu hoffen, dass es das Kartellamt ähnlich sieht.

Melanie Heike Schmidt

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