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Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit Christoph Greiner, Chefarzt für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie am Osnabrücker Marienhospital

Osnabrück (ots) - Neurochirurg über Schumachers Verletzung: "Wie eine Tsunami-Welle durchs Gehirn"

Mediziner: "Wird sicherlich nicht mehr der Alte sein" - Helm schützt bei hohem Tempo nur bedingt Osnabrück. Wenn ein Kopfverletzter wie Michael Schumacher nach einem Sturz noch sprechen kann, sagt das nach Angaben des Osnabrücker Neurochirurgen Christoph Greiner nicht immer etwas über die Schwere des Hirnschadens aus. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) erklärte der Chefarzt, häufig sei eine Hirnschwellung nur durch eine Hirndruckmessung oder bei der zweiten Computertomografie erkennbar. "Wir Ärzte sagen: Die Blutungen blühen erwartungsgemäß auf", sagte Greiner. In diesem Fall sprächen die Mediziner von einem sekundären Hirnschaden, der wenige Minuten bis Tage nach dem primären Hirnschaden eintreten könne.

In diesem Fall werde versucht, den Patienten in ein künstliches Koma zu versetzen, um den Stoffwechsel zu reduzieren. Trotzdem könne der Hirndruck steigen. Oft müssten zur Entlastung Teile der Schädeldecke vorübergehend entfernt werden. Eine Möglichkeit sei deren Einfrieren bei minus 80 Grad. Oder der Schädelknochen werde in das Fettgewebe der Bauchdecke eingepflanzt, um ihn dort vorübergehend zu erhalten und später zu reimplantieren.

Nach Darstellung des Neurochirurgen schützt ein Helm den Kopf bei einem Aufprall mit geringer Geschwindigkeit ähnlich wie ein Airbag oder ein Sicherheitsgurt. "Da ist der Helm lebensrettend." Anders sei es aber bei einem Sturz mit hoher Geschwindigkeit von rund 60 Stundenkilometern wie jetzt bei Schumachers Skiunfall. "Die Druckwelle zieht sich durch das gesamte Gehirn, das ist wie ein Tsunami." Für den schwerverletzten Rennfahrer gehe es nun in den ersten zwei Wochen vor allem ums Überleben und darum, dass sich der Zustand stabilisiere. Voraussagen über die dauerhaften Folgen des Sturzes seien "sehr schwierig", erklärte der Chefarzt für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie am Osnabrücker Marienhospital. "Er wird sicherlich nicht mehr der Alte sein, nachdem eine Tsunami-Welle durch sein Gehirn geströmt ist", sagte Greiner.

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