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Neue OZ: Kommentar zu Theater
Deutscher Bühnenverein

Osnabrück (ots) - Beifall zahlt keine Miete

Abends, wenn sie auf der Bühne stehen, ernten sie Applaus und bestenfalls Ovationen. Doch mit dem Blick auf Arbeitsvertrag und Gage ist es für viele Künstler vorbei mit dem Hochgefühl.

Denn seit Jahren schnallen Deutschlands Theater den Gürtel immer enger - und auch hier trifft es diejenigen am härtesten, die ohnehin am wenigsten haben. Immer häufiger erhalten Bühnenkünstler nur kurzfristige Engagements statt verlässlicher Verträge, wissen heute nicht, wovon sie morgen die Miete zahlen sollen. Längst beißt sich die Katze in den Schwanz: Wo hoch verschuldete öffentliche Träger klamme Theater nicht mehr ausreichend unterstützen können, leiden am Ende die Künstler.

Bühnenverein-Chef Bolwin liegt richtig, wenn er die Große Koalition auf dieses Problem hinweist. Doch die hat es versäumt, im Zuge der Mindestlohndebatte auch hier an den Stellschrauben zu drehen. Künstlern wie Theatern bleibt womöglich nur die bittere Erkenntnis: Beifall zahlt keine Miete.

Joachim Schmitz

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