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Neue OZ: Neue OZ - Interview Medien mit Asfa-Wossen Asserate, Benimm-Experte.

Osnabrück (ots)

Regeln für den Cyberspace

Benimm-Experte Asfa-Wossen Asserate: Junge Leute sollen sagen, was zulässig sein darf

Osnabrück.- Der Publizist und Unternehmensberater Asfa-Wossen Asserate fordert die junge Generation auf, Regeln für ein anständiges Miteinander im Internet zu entwickeln. Dies schließe die Verantwortung für die Dritte Welt ein, sagte Asserate im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Ich sage jungen Leuten immer wieder: Macht Eure Regeln. Legt fest, was im Internet nicht zulässig sein darf." Nach Asserates Worten sind die jungen Leute der westlichen Welt in diesem Punkt in der Verantwortung gegenüber Kontinenten wie Afrika, auf dem das Leben in der Moderne mit den neuen Medien beginne. "Wir brauchen tatsächlich universale Regeln, um im Cyberspace anständig zu surfen", sagte Asserate, der sich mit seinem Bestseller "Manieren" als Benimm-Experte profiliert hat. Seiner Einschätzung nach besteht weiterhin ein weit verbreitetes Bedürfnis nach orientierenden Regeln des Zusammenlebens. "Ich glaube es gibt einen Bedarf an Orientierung, gerade nach den Umwälzungen der Generation der Achtundsechziger", sagte Asserate. Die Generation der Achtundsechziger habe dafür gesorgt, dass sich Deutschland seiner Vergangenheit gestellt habe. Das sei die größte Leistung von 68 gewesen. Zugleich hätten die Achtundsechziger aber auch "Tradition, Patrimonium und Kultur" vernachlässigt. "Der heutigen Generation fehlt es deshalb an Verlässlichkeit, an guten Manieren und an Herzenswärme", sagte Asserate. Der Benimm-Experte sprach sich dafür aus, die Würde des Menschen immer wieder zu schützen. Ein Gefühl fehlender Würde ist seiner Einschätzung nach auch für den Terrorismus verantwortlich. "Der Verlust dieser Würde macht Menschen zu Terroristen. Sie haben diese Würde selbst nicht erhalten. Also wollen sie sie auch anderen nicht zugestehen. Das führt zur Verachtung. Das forciert Hass und Gleichgültigkeit", so Asserate. Der 1948 in Addis Abeba geborene Asfa-Wossen Asserate entstammt dem äthiopischen Kaiserhaus. Er ist Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie. Der Publizist und Berater veröffentlichte zuletzt das Buch "Deutsche Tugenden. Von Anmut bis Weltschmerz".

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