Neue OZ: Kommentar zu Nordkorea

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Osnabrück (ots) - Fatales Signal

Die Welt empört sich, doch Frieden und Völkerrecht sind Nordkoreas Diktator Kim Jong Un egal. Sein Vater und Großvater waren ebenfalls keine Menschenfreunde. Die Kim-Dynastie hält die Nordkoreaner seit Jahrzehnten als Geiseln. Lieber lässt das Regime Millionen Bürger hungern, als auf eine gigantische Armee und Atombomben zu verzichten. Das ist Wahnsinn, aber Realität.

Darüber mögen sich die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen empören, aber im Grunde sind selbst die USA ratlos. Der Tyrann lässt sich nicht mehr stoppen. Als Atommacht ist Nordkorea faktisch unangreifbar geworden. So dient eine der tödlichsten Waffen der Welt als Lebensversicherung für eines der größten Schreckensregime der Gegenwart.

China ist über das aggressive Vorgehen Nordkoreas nicht glücklich. Aber die roten Turbo-Kapitalisten in Peking werden ihren engen Verbündeten in Pjöngjang nicht im Stich lassen. Dafür stehen viel zu viele strategische und wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Die USA können Südkorea und Japan schützen, doch ein Sicherheitsrisiko für die Region bleibt. Fast noch schlimmer ist das fatale Signal, das der nordkoreanische Atomwaffentest an die Schurkenregime der Welt sendet: Seht, trotz Sanktionen haben wir die Bombe. Irans Ajatollahs dürfen sich ermutigt fühlen.

Michael Clasen

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