Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Stadtschloss / Neumann

Osnabrück (ots) - Hand auf der Kasse

Weihnachtszeit, Geschenkezeit? Bernd Neumann lässt seinen Gabentisch lieber leer. Und er hat recht damit. Wer heute bei Zusagen knausert, bremst voraussichtlich jenen dramatischen Kostenanstieg, der bei Großprojekten der Kultur mittlerweile zur Dramaturgie zu gehören scheint. Daneben fallen andere Hemmungen. Viel zu schnell werden Bauten abgerissen, die gerade einmal zwei oder drei Jahrzehnte alt sind. Der Neubau ist ganz groß in Mode, der Schlendrian im Umgang mit dem Geld leider auch.

Neumanns karge Botschaft zum Fest bremst nicht nur Erwartungen, sie entfaltet auch appellative Kraft. Die öffentliche Hand kann nicht jeden Wunschtraum erfüllen, die Bürgergesellschaft muss selbst etwas geben. Das gilt vor allem für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Nach derzeitigem Stand fehlen fast 60 Millionen Euro an privaten Spenden. Indem Neumann die Hand auf seiner Kasse hält, erhöht er den Druck auf potenzielle private Geber. Die können sich ja entschließen, gerade jetzt, zum Fest.

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