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Neue OZ: Kommentar zu USA
Wahlen
Romney
Obama

Osnabrück (ots) - Fehlerhaft

Für Mitt Romney ist die Rechnung voll aufgegangen. Zwar ist sein Umfrage-Vorsprung hauchdünn und wird außerdem von einem konservativen Meinungsforschungsinstitut verbreitet. Dass Romney gegen den favorisierten Amtsinhaber Obama überhaupt einmal die Nase vorn hat, überrascht aber.

Seine zahlreichen Patzer, meinte das Obama-Lager wohl, überlebt Romney politisch nicht. Im schillernden US-Wahlkampf ist ein verfrühtes Frohlocken jedoch gefährlich. Obamas Team hat sich diesen schweren Fehler geleistet und den Präsidenten im TV-Duell eine lustlose Vorstellung abliefern lassen. Nun ist es an Vize-Präsident Joe Biden, sich bei der Begegnung mit seinem erzkonservativen Konkurrenten Paul Ryan gut zu verkaufen. Von demokratischer Seite dürften diesmal deutlich lautere Kampfansagen kommen.

Den Ton verschärft hat das republikanische Lager. Romneys Attacken auf Obamas Nahost-Politik, seine Ankündigung, syrische Oppositionelle mit noch mehr Waffen zu beliefern - all das beschwört den Traum eines mächtigen, lenkenden Amerika mit legitimem Anspruch auf eine globale Führungsrolle. Damit kann Romney offenbar punkten, seine Rhetorik der Stärke verfängt. Beinahe nebensächlich wirkt da seine innenpolitische Wendehals-Taktik: Steuersenkungen für Reiche? Nie gehört. Pflichtversicherung wieder abschaffen? Nicht mit mir. Kurzfristig mag das gut beim Wähler ankommen. Auf lange Sicht aber nicht.

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