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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Deutsche Bank

Osnabrück (ots) - Reputation in Gefahr

Was auch immer der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann über seine Amtsnachfolger gesagt haben soll, löblich war es wohl nicht. Erst Wochen im Amt, wirken Anshu Jain und Jürgen Fitschen tatsächlich nicht wie Gewinner, sondern wie Verlierer. Das Führungsduo steht enorm unter Druck, nicht nur, weil Ackermann hinter ihrem Rücken unschöne Salven abfeuert. Der schlechte Aktienkurs hat nochmals nachgegeben, die Gewinne sind eingebrochen. Fast 2000 Stellen müssen gestrichen werden. Vor allem das Investmentbanking, einst ein ebenso dubioses wie märchenhaftes Goldesel-Geschäft, liegt infolge der Euro- und Bankenkrise am Boden. Und eine enorme Gefahr für die Reputation des größten deutschen Finanzinstituts stellen zahlreiche Rechtsstreitigkeiten dar. Hohe Schadenersatzansprüche stehen im Raum.

Vor allem die Libor-Affäre wegen manipulierter Zinssätze kann für Jain zu einer großen Belastung werden. Zwar stellte ihm der Aufsichtsrat einen Persilschein aus, doch Jain verantwortete damals in London das betreffende Investmentbanking. Wenn er von dem Skandal nichts wusste, kann an seinen Führungsqualitäten gezweifelt werden. Muss das Traditionshaus um Ruf und finanzielle Solidität fürchten? Nein, aber die Deutsche Bank hat bei Kunden und Anlegern Vertrauen zurückzugewinnen und neue Geschäftsmodelle zu finden. Ob Jain und Fitschen dafür die Richtigen sind? Die Zweifel wachsen.

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